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LOST PLACE #001 · WIENER NEUSTADT

Raxwerke
& Serbenhalle

Ein Industrieareal, dessen Geschichte vom Lokomotivbau über nationalsozialistische Rüstungsproduktion und Zwangsarbeit bis in die Nachkriegszeit reicht.

GESCHICHTE

Vom Industriezentrum zum Erinnerungsort.

Die Vorgeschichte des Areals reicht bis 1842 zurück, als die Wiener Neustädter Lokomotivfabrik gegründet wurde. Sie entwickelte sich zu einem bedeutenden Industriebetrieb der österreichisch-ungarischen Monarchie.

1942 wurde für die Rüstungsproduktion die Rax-Werk Ges.m.b.H. gegründet. Eine große, zuvor in Kraljevo in Serbien demontierte Montagehalle wurde nach Wiener Neustadt gebracht und wieder aufgebaut. Daraus entstand die Bezeichnung „Serbenhalle“.

Während der NS-Zeit wurden auf dem Gelände Rüstungsgüter produziert. KZ-Häftlinge aus Mauthausen wurden zur Zwangsarbeit eingesetzt; die Serbenhalle wurde Teil eines Außenlagers des KZ Mauthausen. 1943 fanden dort Arbeiten im Zusammenhang mit der A4/V2-Rakete statt.

Hinweis: Dieser Abschnitt behandelt NS-Verbrechen und Zwangsarbeit. Die Geschichte wird als Teil der Erinnerungskultur dokumentiert und nicht als Abenteuerkulisse inszeniert.

Nach Bombenangriffen wurde die Raketenproduktion 1943 an andere Standorte verlagert. Das Lager wurde später erneut genutzt. Im März 1945 wurden Häftlinge auf einen Evakuierungs- bzw. Todesmarsch getrieben, den viele nicht überlebten.

Nach dem Krieg wurde auf dem Areal wieder produziert. 1966 wurden die Raxwerke endgültig geschlossen. Die große Serbenhalle blieb erhalten und wird heute als Lagerhalle genutzt.

ZEITLEISTE

Mehr als ein Jahrhundert Geschichte.

1842Gründung der Wiener Neustädter Lokomotivfabrik.
1930Stilllegung des damaligen Lokomotivwerks.
1942Gründung der Rax-Werk Ges.m.b.H. für die Rüstungsproduktion.
1943Serbenhalle, KZ-Zwangsarbeit und Arbeiten an der A4/V2-Produktion.
1943–45Bombenangriffe, Produktionsverlagerungen und weitere Zwangsarbeit.
März 1945Evakuierung des Lagers und Todesmarsch von Häftlingen.
Nach 1945Wiederaufnahme industrieller Produktion.
1966Endgültige Schließung der Raxwerke.
HeuteDie Serbenhalle und einzelne Relikte sind erhalten; an die Opfer wird erinnert.

HEUTE

Was ist noch erhalten?

Die Serbenhalle ist das markanteste erhaltene Großgebäude des ehemaligen Areals und wird weiterhin genutzt. Einzelne weitere Relikte erinnern an den früheren Industriekomplex.

Keine Hinweise zum Umgehen von Absperrungen oder zum unerlaubten Betreten. Eigentumsrechte, Gedenkcharakter und Sicherheit haben Vorrang.

🎧 AUDIOGUIDE #001

Die Stimmen hinter der Stille.

Höre die Geschichte der Raxwerke und der Serbenhalle als dokumentarischen Audioguide – von den Anfängen des Industrieareals bis zur Erinnerung an die Opfer der NS-Zwangsarbeit.

001

SPUREN DER STILLE

Raxwerke & Serbenhalle Wiener Neustadt · Audioguide #001 MP3 herunterladen

QUELLEN

Nachvollziehbare Geschichte.

Die historischen Angaben wurden für Version 1.5 anhand mehrerer Quellen abgeglichen. Eine spätere Version erhält eine vollständige Quellenverwaltung im Adminbereich.