GESCHICHTE
Die Geschichte des Ortes.
Seine Geschichte ist eng mit dem ehemaligen Sanatorium Wienerwald verbunden.
Nach dem Zweiten Weltkrieg begann für die frühere Lungenheilanstalt eine vollkommen neue Epoche. Nachdem das Gebäude zunächst als Kindererholungsheim genutzt worden war, übernahm Anfang der 1950er-Jahre die Gewerkschaft der Metall- und Bergarbeiter die Anlage.
Aus dem ehemaligen Sanatorium entstand das Karl-Maisel-Urlaubsheim.
Am 2. April 1952 wurde das umgebaute Urlaubsheim eröffnet. Es verfügte damals über 94 Gästezimmer mit insgesamt 190 Betten. Das Ziel war, Arbeitern und ihren Familien einen modernen und preisgünstigen Urlaub zu ermöglichen.
Doch zu einem Urlaubsort gehörte mehr als ein Bett und ein Speisesaal.
Ebenfalls 1952 entstand ein Freibad. Dazu kamen weitere Freizeitmöglichkeiten. Erinnerungen ehemaliger Gäste erzählen vom Schwimmbad, von Wanderungen, der Kegelbahn und dem abgeschiedenen Leben mitten im Wald.
Für viele Besucher dürfte das Schwimmbad damals das genaue Gegenteil eines Lost Places gewesen sein.
Menschen lagen auf der Wiese.
Kinder spielten im Wasser.
Familien verbrachten hier ihre freien Tage.
Und mitten im Feichtenbachtal entstand ein kleiner Urlaubsort.
Über Jahrzehnte wurde die Anlage erweitert und modernisiert. 1962 kam ein Restaurationspavillon hinzu, später weitere Freizeitangebote wie eine Minigolfanlage.
1979 und 1980 entstand schließlich zusätzlich ein großes Hallenbad an der Nordseite des Hauptgebäudes. Dieser neue Komplex verfügte unter anderem über Sauna, Tischtennisräume und sogar eine automatische Kegelbahn.
Doch ausgerechnet diese Modernisierung wurde zu einem finanziellen Problem.
Gleichzeitig veränderte sich das Reiseverhalten. Immer mehr Menschen konnten sich Urlaubsreisen zu weiter entfernten Zielen leisten. Das abgeschiedene Erholungsheim im Feichtenbachtal verlor zunehmend Gäste.
Die Anlage wechselte später den Besitzer und wurde unter anderem als Erholungs- und Rehabilitationszentrum genutzt.
Schließlich endete auch diese Nutzung.
Seit 2002 ist der ehemalige Sanatoriums- und Hotelkomplex ohne regulären Betrieb.
Mit dem Leerstand veränderte sich auch das Bild des Schwimmbades.
Wo früher Urlaubsgäste ihre Sommertage verbrachten, entstanden Verfall und Stille.
Und mit dieser Stille kamen neue Geschichten.
In Internetforen und unter Lost-Place-Besuchern finden sich Berichte über ungewöhnliche Wahrnehmungen rund um das ehemalige Sanatorium und seinen Poolbereich.
Ein Besucher berichtete beispielsweise von einem plötzlich wahrgenommenen lauten Schrei in unmittelbarer Nähe des Pools, obwohl nach seiner Darstellung niemand dort gewesen sei. Andere Erzählungen sprechen allgemeiner von vermeintlichen Präsenzen und ungewöhnlichen Geräuschen.
Solche Berichte sind jedoch persönliche Erlebnisschilderungen und keine Beweise für paranormale Vorgänge.
Gerade ein verlassener Gebäudekomplex kann Geräusche erzeugen, deren Ursprung zunächst schwer einzuschätzen ist. Wind, Tiere, herabfallendes Material, Wasser, Hall und die Erwartung, sich an einem vermeintlich „heimgesuchten“ Ort zu befinden, können Wahrnehmungen beeinflussen.
Trotzdem sind diese Geschichten inzwischen Teil der modernen Legendenbildung rund um Feichtenbach.
Besonders rund um die Schwimmbäder entstanden im Internet außerdem deutlich drastischere Geschichten. Manche Seiten behaupten beispielsweise, beim Bau seien menschliche Überreste gefunden worden. Dafür konnten wir bislang keine ausreichend belastbare historische Quelle finden. Diese Behauptung wird deshalb von Spuren der Stille nicht als historisches Ereignis dargestellt.
Was wir dagegen belegen können, ist vielleicht sogar interessanter:
Dieser heute stille Ort war einmal voller Leben.
Menschen kamen hierher, um Urlaub zu machen.
Kinder spielten im Wasser.
Familien verbrachten ihre Freizeit zwischen Wald, Schwimmbad und Urlaubsheim.
Jahrzehnte später entstanden an genau diesem Ort Geschichten über Stimmen, Schreie und vermeintliche Präsenzen.
Ob hinter diesen Erzählungen mehr steckt, wissen wir nicht.
Sicher ist nur:
Das Wasser verschwand. Die Menschen gingen. Die Geschichten blieben.
ZEITLEISTE
Chronologie.
HEUTE
Was ist geblieben?
Die jahrzehntelange Nutzung als Freizeit- und Erholungsort ist beendet. Verfall und Vegetation haben das Erscheinungsbild des Geländes deutlich verändert.
Besonders interessant ist der Kontrast zur Vergangenheit: Ein Ort, der ursprünglich bewusst für Erholung, Freizeit und Familien geschaffen wurde, wirkt heute still und verlassen.
Rund um den Schwimmbadbereich entstanden nach der Aufgabe verschiedene moderne Spukgeschichten. Berichte über vermeintliche Stimmen, Schreie oder Präsenzen sind jedoch nicht wissenschaftlich oder historisch belegt und werden von Spuren der Stille ausschließlich als moderne Überlieferungen dokumentiert.
Das Areal des ehemaligen Sanatoriums befindet sich auf Privatgrund. Für den Gesamtkomplex bestehen Betretungsverbote; der Lost-Place-Status bedeutet daher ausdrücklich keine Erlaubnis zum Betreten. Auch die Wiener Zeitung beschreibt das Gelände als mit Verbotsschildern, Kameras und Sicherheitsüberwachung gesichert.
Keine Hinweise zum Umgehen von Absperrungen oder zum unerlaubten Betreten.
🎧 AUDIOGUIDE
Das verlassene Waldbad von Feichtenbach
QUELLEN
Recherche.
Geschichte des Karl-Maisel-Urlaubsheims, Errichtung des Freibades 1952, spätere Erweiterungen und Hallenbad 1979/80.
PRO-GE – Geschichte der Gewerkschaft
Dokumentiert die feierliche Eröffnung des GMB-Urlaubshauses Feichtenbach im Jahr 1952.
Wiener Zeitung – Lost Places: Verhängnisvoller Nervenkitzel
Geschichte des Sanatoriums, Schwimmbaderweiterung Ende der 1970er-Jahre, Aufgabe 2002 und heutiges Betretungsverbot.
Feichtenbach – Ansichtssache
Persönliche Erinnerungen eines ehemaligen Gastes an das Karl-Maisel-Urlaubsheim, darunter Freibad und Kegelbahn.
Allmystery – Sanatorium Feichtenbach Erlebnis
Quelle für moderne persönliche Spuk-/Erlebnisberichte im Bereich des Pools. Diese Berichte stellen keinen Nachweis paranormaler Ereignisse dar.
Spuren der Stille – Eigenrecherche 2026
Standortzuordnung und Trennung zwischen historisch belegten Informationen und modernen Legenden.